Schwarzenbek (LOZ). Helga (84) wollte sich über den Hausnotruf informieren, Anja interessierte sich für Pflegemöglichkeiten zuhause, und Winfried war gekommen, um sich einen Überblick über die vom DRK-Pflegedienst angebotenen Leistungen zu verschaffen. Das Pflegeteam des DRK-Zentrums Schwarzenbek hatte zum Pflegeberatungstag eingeladen. Als die Tür des DRK-Zentrums an der Bismarckstraße von Pflegedienstleiter Markus Rickmann-Hauff geöffnet wurde, standen bereits zehn Interessierte vor der Tür. Insgesamt nutzten rund 30 Bürger diesen ersten Pflegeberatungstag.
Drei Stunden hatte sich das Pflegeteam um den Leiter Markus Rickmann-Hauff an diesem Nachmittag Zeit genommen, um die Fragen der Besucher zu beantworten und ihnen Möglichkeiten aufzuzeigen, die das Team rund um das Thema Pflege zuhause bietet. Das Angebot wurde gut genutzt. Die Besucher konnten sich mit Informationen "füttern" und dann bei Kaffee und Kuchen über das für viele Menschen so wichtige Thema nachdenken. Aufgrund des demografischen Wandels und der gestiegenen Lebenserwartung gibt es immer mehr Menschen, die auf Pflege in mehr oder weniger großem Umfang angewiesen sind. Zum DRK-Pflegeteam gehören rund 50 Mitarbeiter. Sie versorgen 200 Bürger (Klienten genannt) aus Schwarzenbek und den umliegenden Gemeinden. Weitere 100 Bürger nutzen die angebotenen Beratungsstunden.
Die Ratsuchenden erhielten einen umfassenden Überblick über Angebote und Vorsorgemöglichkeiten. Was ist ein Pflegegrad und wie bekommt man ihn? Welche Pflegehilfsmittel gibt es? Wo und wie muss ich einen Antrag zur Pflege stellen und ab wann bin ich überhaupt pflegebedürftig? Wo finde ich Betreuungsangebote und Entlastungsleistungen? Welche Alltagshilfen gibt es zur Entlastung der Angehörigen? So lauteten einige der vielen Fragen rund um das Thema Pflege, die von den Mitarbeitern des Pflegeteams geduldig und sachkundig beantwortet wurden.
"Wenn jemand Hilfe braucht, ist die Hemmschwelle oft hoch. Viele betroffene Bürger haben ein Problem damit, Pflegeleistungen anzunehmen", so Pflegedienstleiter Markus Rickmann-Hauff. Diese Hemmungen abzubauen, war ein Ziel des kostenlosen Pflegeberatungstages. "Es macht Sinn, wenn Betroffene bereits mit kleinen Problemen zu uns kommen, zum Beispiel, wenn der Betroffene die Kompressionsstrümpfe nicht alleine anziehen kann, nicht alleine duschen mag, weil er Angst hat zu fallen oder Augentropfen oder Tabletten sich nicht selbst verabreichen kann. Das sind keine Gründe zu verzagen oder sich zu schämen. Die Mitarbeitenden unseres Pflegedienstes kommen ins Haus, die entsprechende Verordnung dafür stellt der Hausarzt aus", sagte Rickmann-Hauff. Es sei ratsam, sich schon frühzeitig mit dem Thema Pflege zu beschäftigen, denn sie komme oft schneller als gedacht und die Antragstellung für einen Pflegegrad brauche Zeit. Die Bewilligung erfolge nicht von heute auf morgen.
Der kostenlose Pflegeberatungstag soll wiederholt werden, der nächste findet in Wentorf bei Hamburg statt.
Zum DRK-Zentrum gehören der hauptamtliche Pflegedienst sowie der DRK-Ortsverein mit vielen ehrenamtlichen Helfern (Tafel, Kleiderladen, Seniorengymnastik, Blutspende) und insgesamt 850 Fördermitgliedern. Nähere Informationen über den DRK-Pflegedienst gibt es auf der Homepage, DRK-Pflege-Schwarzenbek.de oder Telefon 04151 / 37 75. Eine Mitgliedschaft zur Förderung des DRK-Ortsvereins ist ab 20 Euro monatlich möglich. Auch einmalige Spenden sind höchst willkommen.
